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Malte on Dienstag, November 29th 2011
(zeit.de) In Deutschland war es zuletzt selbst mit einem Abi-Schnitt von 1,6 schwierig, einen Medizinstudienplatz zu ergattern. Auch in Zahnheilkunde, Veterinärmedizin, Pharmazie, Architektur und eben in Psychologie sind die Hürden hoch. Knapp 103000 Deutsche haben dem neusten Bericht des Statistischen Bundesamtes zufolge im Jahr 2008 im Ausland studiert. Eine ganze Reihe von ihnen dürfte der NC ins Exil gedrängt haben.
Doch auch wenn der Zulassung fürs Wunschfach nichts im Wege steht – es kommt vor allem darauf an, dass die Inhalte stimmen. Wer zum Beispiel Architektur im Ausland studiert, lernt andere Bauvorschriften als die deutschen. Ohne die zu kennen, scheitert man aber an der Aufnahmeprüfung für die deutsche Architektenkammer und steht ohne Zulassung da.
Die Hochschulfinanzierung in den Niederlanden wirkt sich positiv für die Studenten aus. In den Niederlanden bekommen die Hochschulen nicht etwa Geld pro Professor, pro Lehrstuhl oder pro Gebäude, sondern eine feste Summe für jeden Studenten. Wenn sie nicht attraktiv sind, gehen die Studenten woandershin, die Unis verlieren Einnahmen.
Dass Österreich bei Deutschen beliebt ist, liegt natürlich an der Sprache. Aber es gibt dort keine Studiengebühren. Andererseits sollte man sich Refinanzierungsmöglichkeiten anschauen. Wer in Holland acht Stunden pro Woche arbeitet, wird ins niederländische Sozialversicherungssystem aufgenommen und kann vom Staat 230 Euro im Monat Studienfinanzierung erhalten.
Auf Deutsch kann man nicht nur in Österreich oder der Schweiz studieren, auch in Ungarn bieten Hochschulen deutschsprachige Studiengänge an. An der Semmelweis-Uni in Budapest etwa kann man für 5900 Euro pro Semester auf Deutsch Medizin studieren. Andere ungarische Hochschulen haben Pharmazie, Zahnmedizin oder Sportwissenschaften auf Deutsch im Fächerkanon.